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Im viel zu warmen Hotelzimmer ist an Schlaf kaum zu denken. Unangenehmes Schwitzen auch in Bus und Bahn, weil die Klimatisierung ausgefallen ist. Die Stadtführung in der prallen Mittagssonne: alles andere als ein sommerliches Kulturvergnügen. Die zurückliegenden Hitzewochen haben das Reisen in Bayern mitunter zur Belastung werden lassen. Extreme Temperaturen haben auch den Freistaat kalt erwischt – und schmerzlich aufgezeigt, wie ungenügend das beliebteste deutsche Reiseziel auf den Klimawandel vorbereitet ist.

Hitzeperioden mit Wasserknappheit und Waldbränden, Niedrigwasser in Flüssen und Algenplagen in Badeseen sowie Unwetterereignisse mit Starkregen und Überschwemmungen werden uns in Zukunft immer öfter begleiten. All dies stellt auch die bayerische Tourismusbranche vor erhebliche Herausforderungen. Ob es ihr gelingt, sich den Klimaveränderungen anzupassen, wird entscheidend für den künftigen Erfolg von „Urlaub in Bayern“ sein.

Für Tourismusbetriebe und Freizeiteinrichtungen bringen Maßnahmen zur Klimaanpassung einen erheblichen Investitionsbedarf mit sich: in nachhaltige Klimatisierung, in Dämmung, Sonnenschutz, Maßnahmen zur Wassereinsparung. Besonders kleinen Betrieben fehlt es dafür oft schlicht an Geld.  

Gefordert sind aber auch die Kommunen: schattenspendende Bäume entlang von Straßen und an Plätzen und öffentliche Trinkbrunnen sorgen für mehr Aufenthaltsqualität an Hitzetagen. Werden Dächer und Fassaden begrünt, asphaltierte Flächen entsiegelt, Retentionsbecken für Regenwasser nach dem Schwammstadtprinzip angelegt, können die Städte besser mit Hitze und Starkregen umgehen. Doch zur Bewältigung dieser gewaltigen Aufgaben brauchen sie die Unterstützung des Freistaats mehr denn je. Das aktuell neu aufgelegte Förderprogramm „Kommunaler Klimaschutz“ wurde inhaltlich zwar geschärft, bleibt aber nach wie vor massiv unterfinanziert. 

Der bayerische Tourismus ist in besonderem Maße auf eine intakte Natur angewiesen. Wenn ganze Landstriche vertrocknen, Waldbrände wüten, ist das nicht das Bild, das Urlauber von Bayern erwarten. Wenn an bayerischen Seen – so wie aktuell wieder – Badeverbote wegen hoher Blaualgenbelastung ausgesprochen werden, ist das ein Fiasko für die lokale Tourismuswirtschaft. Deshalb hat meine Fraktion die Staatsregierung aufgefordert, die betroffenen Kommunen finanziell und fachlich mit einem Sofortprogramm zu unterstützen.

Angesichts dieser schwierigen Problemlage darf es keine Verschiebung der Klimaziele geben, wie es von der Staatsregierung beabsichtigt ist. Der Klimawandel wird nicht innehalten. Er wird fortschreiten. Nun liegt es an uns, zu entscheiden, wie wir damit umgehen. Für einen klimaresilienten und klimaneutralen Tourismus in Bayern setze ich mich als Abgeordnete im Bayerischen Landtag auch in Zukunft mit Nachdruck ein.

Herzlichst

Unterschrift Ihre Martina blau
Martina Fehlner, MdL

 

Martina Fehlner
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